Rückblick Sonderausstellungen

 

Stimmungen und Phantasien
Die Füssener Künstler Franz und Gerhard Gingele

9. Oktober 2020 bis 2. Mai 2021

Diese Ausstellung war pandemiebedingt nur kurze Zeit geöffnet, deshalb wird sie  hier in virtueller Form gezeigt:

Besuchen Sie hier die digitale Ausstellung

Im Zentrum der Ausstellung stehen der Füssener Kunstmaler Franz Gingele und sein Sohn, der Restaurator und Künstler Gerhard Gingele. Inspiriert vom jeweiligen Kunstbegriff ihrer Zeit, fing Franz Gingele Landschaften und Stimmungen ein, während Gerhard Gingele seiner Phantasie freien Lauf ließ.
Franz Gingele (1898-1970) zog es schon als Schüler hinaus in die Natur, um dort sehen zu lernen und das Gesehene in Bilder umzusetzen. Nach der Volksschule in Füssen machte er eine Malerlehre. Ab 1915 besuchte er in München Abendkurse an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste, ehe er 1917 zum Militär eingezogen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wählte Franz Gingele das freie Leben eines Kunstmalers. Er durchstreifte neben seiner Allgäuer Heimat auch die Landschaften Österreichs, Italiens und Frankreichs; Meer und Gebirge liebte er gleichermaßen. Mit dem Lebenswerk seines künstlerischen Vorbildes Paul Cezanne (1839-1906) beschäftigte er sich eingehend.
Ab 1931 studierte Franz Gingele in Berlin an der Preußischen Akademie der Künste bei dem Genre- und Historienmaler Professor Arthur von Kampf (1864-1950). Das Geld für Reisen und Malstudium verdiente er sich den Winter über als einer der ersten bayerischen Skilehrer.
1942 wurde er wieder zum Kriegsdienst eingezogen. Als er am Ende des Zweiten Weltkriegs in Marseille in Kriegsgefangenschaft geriet, ließen sich amerikanische Offiziere Provence-Landschaften von ihm malen.
Nach seiner Heimkehr wurde er 1946 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd und war an vielen Ausstellungen u.a. in Berlin, München, Augsburg, Kempten, Sonthofen, Marktoberdorf und Füssen beteiligt.
Als Mitbegründer der „Notgemeinschaft Füssener Künstlerring“ organisierte Franz Gingele mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung ab 1948 Ausstellungen im Kemenatenbau von Schloss Neuschwanstein und in der Orangerie des Barockklosters St. Mang. Die Begegnungen mit Künstler-Kollegen wie Karl Peter Röhl, Heinz Tetzner, Otto Sonnleitner, Paul Seegiesser oder Percy Rings waren für ihn sehr inspirierend. Seine Landschaften sind von Stimmungen durchdrungen, immer verraten sie auch eigenes Empfinden.
Gerhard Gingele (1950-2016) wuchs im gastfreundlichen Haus seiner Eltern Franz und Bernhardine auf, in das Künstlerkollegen gerne zu Besuch kamen. Diese Prägung wurde entscheidend für seinen beruflichen Werdegang.
Am Anfang stand eine solide Handwerksausbildung bei dem renommierten Kunst- und Kirchenmaler Josef Lorch in Füssen. Ihm verdankte Gerhard Gingele ein sehr vielschichtiges Wissen und auch das Erlernen alter Techniken bei der Mitarbeit an bedeutenden Restaurierungen, u.a. am Hohen Schloss in Füssen, am Lindauer Rathaus oder in der Asam-Kirche in München. Nach einem Studium an einer Schule für Gebrauchsgrafik in München arbeitete er nochmals für Josef Lorch, ehe er sich als Restaurator und Graphiker in Füssen niederließ. Neben der Restaurierung zahlreicher Kirchen im süddeutschen Raum stand er auch für die Restaurierung des Schlosses Hohenschwangau und des Hotels „Alpenrose“ am Alpsee.
Als Künstler und Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler verstand es Gerhard Gingele, die ihm vererbten Talente zu nutzen und trotzdem seinen eigenen Weg und Stil zu finden. Seine Impressionen sammelte er auf Reisen durch Irland, Italien, Griechenland, Indien, Nepal, Thailand und Peru: „Es ist für uns schier unvorstellbar, wie intensiv das Licht dort ist, wie stark die Kontraste zwischen Dunkel und Hell auf den griechischen Inseln oder in der unendlichen Weite Mittelasiens oder Südamerikas sind.
Die Ausstellung zeigt Ölgemälde, Aquarelle, Holzschnitte, Acrylgemälde, Collagen und Zeichnungen. Die meisten Werke wurden dankenswerterweise von Frau Irmgard Wille-Gingele zur Verfügung gestellt.
Die objektschonende LED-Beleuchtung der Sonderausstellungsräume und die neuen Ausstellungsvitrinen wurden gefördert vom Deutschen Verband für Archäologie und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die digitale Umsetzung der Ausstellung erfolgte durch den Füssener Fotografen Simon Toplak.

Wiederentdeckt:
Else Hertzer (1884–1978)
Aquarelle und Zeichnungen aus Füssen, Wittenberg und Berlin

20. Juni bis 6. September 2020
1922 bereiste die aus Wittenberg an der Elbe stammende expressionistische Künstlerin Else Hertzer das Füssener Land und schuf eine Anzahl von Aquarellen, die jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden. Fünf davon hat das Museum der Stadt Füssen erworben. 
Else Hertzer war siebzig Jahre lang künstlerisch aktiv. 1918 stellte sie zum ersten Mal bei der Berliner Secession aus. Mit 93 Jahren schuf Else Hertzer kurz vor ihrem Tod in Berlin-Tiergarten ihr letztes Bild, ein unvollendetes Selbstporträt. Ihr Talent und ihr Interesse, sich künstlerisch auszudrücken, kam bereits in ihrer Kindheit zum Ausdruck. Als sie im Winter Figuren in die vereisten Fensterscheiben ritzte und diese dabei zu Bruch gingen, schenkten ihre Eltern ihr Farben und Papier. Als Zwanzigjährige und ganz ohne entsprechende Ausbildung zeichnete sie Porträts und malte die Landschaft des Flämings um Wittenberg. Die Techniken der Kaltnadelradierung und des Holzschnitts brachte sie sich autodidaktisch bei. Nach ihrem Umzug von Wittenberg nach Berlin im Jahr 1909 studierte sie bei dem Secessions-Mitbegründer George Mosson und wurde Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen. Ihre Bilder wurden gemeinsam mit denen von Käthe Kollwitz, Lotte Laserstein, Marc Chagall und dem gleichaltrigen Karl Schmidt-Rottluf, mit dem sie eine Künstlerfreundschaft verband, ausgestellt.
Zu den Höhepunkten ihres künstlerischen Schaffens zählen zahlreiche farbintensive Aquarelle. Die meisten dieser Aquarelle entstanden in den 1920er Jahren und zumeist auf Reisen in den Süden, wobei sie die Alpenregion bevorzugte.
Die 1922 in Füssen geschaffenen Aquarelle und jene, die in den Jahren 1923 bis 1928 in den Alpen entstanden sind, werden nun erstmals öffentlich ausgestellt. Hinzu kommen Aquarelle und Zeichnungen mit Motiven aus Berlin und Wittenberg sowie vier Kirchenfensterentwürfe in Farbpastell und Maskenentwürfe für das weltanschauliche Sprechstück „Ewig Verhülltes“, das die Künstlerin 1958 verfasste.
Die Ausstellung im Museum der Stadt Füssen ist ein weiterer wichtiger Schritt im Prozess der Wiederentdeckung dieser herausragenden Künstlerin des 20. Jahrhunderts, die vor fünf Jahren begann. Ergänzt wird diese Werkschau mit Kunstwerken aus sieben Jahrzehnten durch zwei Aquarelle von Gabriele Münter, deren Bilder bereits 1970 gemeinsam mit jenen von Else Hertzer in Berlin ausgestellt worden sind. Die Ausstellung beruht auf der Initiative des Berliner Publizisten Mathias Tietke, der einen Teil der Werke aus seiner Hertzer-Sammlung beisteuert.

 

Bauer und Künstler – Joseph Lipp aus Weißensee (1900-1983)

 

Jean Noël Schramm – Im Schlafwagen von Füssen nach Athen

6. Juni bis 8. September 2019
Die Retrospektive findet aus Anlass des 60. Geburtstages des Malers und Photographen in seiner Füssener Heimat statt. Jean Noël Schramm ist im Schatten der Königsschlösser von Neuschwanstein und Hohenschwangau in die Schule gegangen. Als er 16 Jahre alt war, hat er sein erstes Bild verkauft – das Motiv war der Alpsee. Seitdem ist er europaweit künstlerisch unterwegs mit immer neuen Ideen und Ausdrucksformen. Der Titel seiner Retrospektive nimmt Bezug auf seine künstlerischen Werdegang vom Füssener Land hinaus in die Welt. Mit zunehmenden Alter hat er sich vom Hang zur Romantik in seiner Heimat völlig gelöst und zur Abstraktion hingewandt: „Ich nehme die Leinwände her und fülle sie mit Zeit.“
Für die Ausstellung an Jean Noëls Ausgangsort werden Kunstwerke aus Bremen, Düsseldorf, Berlin, Nürnberg und München zusammengebracht. Gezeigt werden ältere und ganz neu entstandene Gemälde in den verschiedensten Formaten und Techniken sowie eine Installation aus Leuchtstelen, die im Refektorium des ehemaligen Benediktinerklosters zu sehen ist. In den angrenzenden Ausstellungsräumen werden unter anderem nachgezeichnete, künstlerisch gestaltete Schriftstücke (Autographen) bekannter Persönlichkeiten sowie „somnifaires“ gezeigt. „Somnifaires“, also Schlafmittel nennt Jean Noël Schramm Bilder, die er malt, um seinen Schlaf wiederzufinden. Hier wird Kunst zum Lebensmittel.
Einer der Räume ist dem Thema „Badende in Athen“ gewidmet. Als sich Jean Noël Schramm für dieses Projekt dazu anschickte, Menschen am Strand in ihrer Vielfalt bildlich festzuhalten, brachte ihm das in Athen eine Diskussion mit der Polizei und eine Nacht in Gewahrsam der „Ordnungshüter“ ein. Der Titel der Ausstellung steht für das Unstete und Selbstbestimmte in Jean Noël Schramms Künstlerleben.
Die Ausstellung wurde gefördert von der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung, dem Antonius Jugend- und Kulturförderung e.V. und der Schwarz Foundation GmbH.

 

Kunst Additum des Gymnasiums Füssen

vom 11. bis 21. Juli 2019
Sonderschau im Rahmen der Retrospektive von JEAN-NOËL SCHRAMM
ME, MYSELF AND I
Arbeiten von:
Gwendolin von Eichmann • Dana Graune • Alisa Kuznetsova •  Dominic Riedmiller • Natalie Schiechtele • Lukas Senn •   Georg Tandler

 

Aktuelle Kunst im Museum 2019

Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd
6. April – 12. Mai 2019
mit „Füssener Förderpreis für aktuelle Kunst“, „Füssener Preis für aktuelle Kunst“
und der Sonderschau „Ein Raum – ein Künstler: Haymo und Marina Aletsee“
Das Konzept mit den beiden Akzenten „Junge Kunst“ und „Ein Raum – ein/e Künstler/in“ trägt schon seit mehreren Jahren zum Erfolg der Füssener Ausstellung bei.
Aus den eingereichten Arbeiten wählt die Jury eine begrenzte Zahl von Werken in die Ausstellung. Sie vermittelt einen guten Einblick in das aktuelle Schaffen von Mitgliedern des BBK Allgäu/Schwaben-Süd und bietet durch eine Vielfalt von gewählten Motiven und Themen sowie Techniken und Materialien einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen der schwäbischen Künstlerinnen und Künstler.
Kunstpreise: Dank der großzügigen Unterstützung der Stadt Füssen und der Elektrizitätswerke Reutte (EWR) kann der „Füssener Preis für junge Kunst“ auch in diesem Jahr verliehen werden. Für die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 1000.- € können sich auch Nicht-BBK-Mitglieder unter 40 Jahren bewerben.
Zum zweiten Mal wird dieses Jahr der „Füssener Preis für aktuelle Kunst“ verliehen. Es ist ein Kunstpreis für das beste Werk der gesamten Ausstellung, der mit 1000.- € dotiert ist. Er wird zu gleichen Teilen von der Stadt Füssen und dem Füssener Hotel Sonne gestiftet. Die Ausstellung „Aktuelle Kunst im Museum“ wird außerdem vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt.
Sonderschau: „Ein Raum – ein Künstler“
Zwei Räume werden diesmal zur juryfreien Präsentation dem Künstler Haymo Aletsee und seiner als Glaskünstlerin ausgebildeten Tochter Marina Aletsee zur Verfügung gestellt. Diese Ehre wird jedes Jahr einem/einer vom Vorstand ausgewählten Künstler/in zuteil. Haymo und Marina Aletsee wollen hierzu ihr Gemeinschaftsprojekt „Vermächtnis“ zeigen, dass unseren Umgang mit der Natur in den Mittelpunkt stellt.

 

Zusammen leben – die Regel des heiligen Benedikt zurück in Füssen

8. Juni – 22. Juli 2018
In einer Zeit, in der ein friedliches Zusammenleben aller Mitglieder unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit mehr ist, werden die zentralen Inhalte der Regel des hl. Benedikt vermittelt als Zeugnisse einer über tausendjährigen Tradition im Füssener Land und als Inspirationsquelle für das eigene Leben. Der authentische Kern dieser Ausstellung ist die Füssener Regel des heiligen Benedikt.
Die Füssener Regel des heiligen Benedikt aus dem 9. Jahrhundert zählt zu den ältesten überlieferten Handschriften, die das Zusammenleben christlicher Mönche regeln. Nach der Säkularisation um 1803 bat der letzte Abt von St. Mang den Bischof von Augsburg, die Regel für eine Wiederkehr der Benediktiner nach Füssen aufzubewahren. Im Rahmen der Ausstellung kommt die Regel ausnahmsweise wieder in das ehemaligen Kloster St. Mang, in die „Schatzkammer“ des heutigen Museums.
Die Ausstellung und ihre Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit der Diözese Augsburg, der Benediktinerabtei St. Stephan in Augsburg und den katholischen und evangelischen Pfarreien in Füssen statt. Sie wird unterstützt von der Sparkasse Allgäu.

Veranstaltungsprogramm

 

Aktuelle Kunst im Museum 2018

Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd
14. April – 13. Mai 2018
mit „Füssener Förderpreis für junge Kunst“, 
„Füssener Preis für aktuelle Kunst“ und der Sonderschau „Ein Raum – ein Künstler: Franco Zazzaretta“
Erstmals wird dieses Jahr der „Füssener Preis für aktuelle Kunst“ für das beste Werk der gesamten Ausstellung verliehen.
Das Konzept mit den beiden Akzenten „Junge Kunst“ und „Ein Raum – ein/e Künstler/in“ trägt schon seit mehreren Jahren zum Erfolg der Füssener Ausstellung bei. Sie findet auch dieses Jahr in den historischen Räumen des Museums der Stadt Füssen im Barockkloster St. Mang statt.
Als überregional bekanntes architektonisches Ensemble ist das ehemalige Benediktinerkloster ein geradezu idealer Veranstaltungsort für aktuelle Kunst – gerade im Kontrast zu dessen barockem Fluidum. Es bietet für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aller Stilrichtungen und Gattungen ein attraktives Podium.
Aus den eingereichten Arbeiten wählt die Jury eine begrenzte Zahl von Werken in die Ausstellung. Sie vermittelt einen guten Einblick in das aktuelle Schaffen von Mitgliedern des BBK Allgäu/Schwaben-Süd und bietet durch eine Vielfalt von gewählten Motiven und Themen sowie Techniken und Materialien einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen der schwäbischen Künstlerinnen und Künstler.
Sonderschau„Ein Raum – ein Künstler“
Ein Raum wird diesmal zur juryfreien Präsentation dem Künstler Franco Zazzaretta zur Präsentation seiner Werke zur Verfügung gestellt. Diese Ehre wird jedes Jahr einem/einer vom Vorstand ausgewählten Künstler/in zuteil.
Am 13. Mai 2018 – Internationaler Museumstag mit freiem Eintritt in das Museum der Stadt Füssen und in die Galerien des Hohen Schlosses – gibt der Pfrontener Künstler Franco Zazzaretta um 11 Uhr und um 15 Uhr Führungen durch seine Sonderschau:
„Ein Raum, zwei Symbole und ein noch nicht geschriebener englischer Roman“
Dazu sagt der Künstler:
„Die mystische Atmosphäre der langen Gänge, Nischen und Räume in diesem alten Kloster hat mich inspiriert, einen dieser Räume zu gestalten. Meine Intension ist, dem Betrachter das Gefühl zu geben, als ob er in der Mitte eines textlosen illustrierten Romans stände. Ich selbst weiß nicht, welches dieser Bilder Anfang, Mitte oder Ende dieses Romans sein könnte, vielleicht weiß es der Betrachter?“

         

 

So ein Lech!

15. Juli bis 5. November 2017
Episoden und Stationen eines Alpenflusses
Der Lech ist die historische Lebensader Füssens und vieler anderer Siedlungen in Tirol und im bayerischen Voralpenland. Eine vom Neuen Stadtmuseum in Landsberg am Lech konzipierte Ausstellung wird jetzt auch in Füssen gezeigt und von einer vielfältigen Veranstaltungsreihe begleitet.
Der Lech bietet ein breites Spektrum an Themen: Ob als Transportweg für die Flößerei in historischer  oder als Energielieferant in heutiger Zeit, als identitätsstiftende Landesgrenze, oder als Naturgewalt, die die Menschen von jeher herausforderte. Historische Karten, Gemälde, Objekte, vergleichende Fotografien und Landschaftszeugen versuchen das Bild eines Flusses zu zeichnen, dessen Charakter sich am bayerischen Lauf dramatisch verändert hat.
Die Ausstellung „So ein Lech!“ zeigt historische Karten, Gemälde und Objekte, die aus den verschiedenen Museen entlang des bayerischen Lechs stammen, z.B. aus Landsberg, Schongau, Apfeldorf, Lechbruck, Pfronten und Füssen.
Über die verschiedenen Bedeutungen des Flusses für die Menschen, die an ihm leben, berichten Landschaftszeugen an Hörstationen. Ideengeber für das Interview-Projekt war der Verein Lebensraum Lechtal. Gemeinsam mit dem Neuen Stadtmuseum Landsberg haben Schüler der Montessori-Schule Inning Interviewtraining absolviert, Gespräche mit den Interviewpartnern geführt und sogar die Hörstücke selbst geschnitten.
Die Lechausstellung wird ergänzt durch eine Publikation des Neuen Stadtmuseums Landsberg. Sie behandelt Themenbereiche wie Flößerei, Staustufenbau, Naturschutz, Hochwasser, Handwerk und Gewerbe am Lech. Der „Lech in der Kunst“ oder „Das Baden im Lech“ kommen erstmals ausführlicher zu Wort. Der Katalog umfasst 144 Seiten mit 119 meist farbigen Abbildungen und ist während der Ausstellung im Museum der Stadt Füssen für 12,90 Euro zu erwerben.
Unterstützt von: Neues Stadtmuseum Landsberg am Lech,Füssen Tourismus und Marketing, AdöR, Lebensraum Lechtal e.V.,Elektrizitätswerke Reutte

Veranstaltungen

Veranstalter: Museum der Stadt Füssen, Füssen Tourismus und Marketing, Lebensraum Lechtal e.V., Verein Naturpark Tiroler Lech

 

die kunst in uns

18. Mai – 24. Juni 2017
Retrospektive
Peter Schlosser 1941-2016

Kurz nach dem Tod des Füssener Kunsterziehers Peter Schlosser im Februar 2016 entstand der Wunsch, sein künstlerisches Lebenswerk auszustellen. Diese Retrospektive wird im Museum der Stadt Füssen am 18. Mai 2017, an seinem 76. Geburtstag, eröffnet. Peter Schlosser hat durch sein jahrzehntelanges Wirken als Kunsterzieher und Künstler zahlreichen Schülern und Erwachsenen in Franken und im Allgäu gezeigt, dass die Kunst in uns selbst verborgen liegt, und darauf wartet, geweckt zu werden. Der Ausstellungstitel die kunst in uns soll diese Lebensleistung hervorheben.
Alle ehemaligen Schüler sind eingeladen, ihre Arbeiten aus Peter Schlossers Kunstunterricht zur Vernissage mitzubringen und für die Dauer der Ausstellung im Refektorium auszulegen.
Donnerstag, 1. Juni, 19 Uhr: Führung durch die Retrospektive durch Dr. Rainer Jehl

 

Europäisches Festival der Laute 2017

Bereits zum vierten Mal gastierte die Deutsche Lautengesellschaft mit ihrem Festival im Museum der Stadt Füssen und erwies damit der „Wiege“ des europäischen Lautenbaus seine Referenz. In diesem Jahr war die Veranstaltung europäisch ausgelegt: Aus vielen Ländern Europas waren Künstler und Wissenschaftler eingeladen oder wurden von den „lute societies“ nach Füssen entsandt, um hier für regen Informationsaustausch untereinander zu sorgen.
Es gibt auf der Welt kaum eine vergleichbare Gelegenheit, so viele Instrumententypen, so viele Konzerte, so viele Vorträge, kurz: so viel Laute an einem Ort zu erleben. Somit war das Festival in Füssen ein Hochgenuss für alle Liebhaber des Instruments und zugleich ein Schaufenster für all jene, die es kennen lernen möchten.
Geboten wurden 17 Konzerte und 12 Vorträge, die unterschiedlichste und vielfältigste Facetten der Laute und ihrer Musik vorstellten. Zahlreiche Lautenbauer zeigten ihre Instrumente in einer Ausstellung. 
In einem öffentlichen Meisterkurs für Lautenisten wurde an Feinheiten der Interpretation gearbeitet.
Mit dem Konzert des Europäischen Lautenorchesters in der Christuskirche fand das Festival seinen krönenden Abschluss.
Für Kinder und Familien gab es am Samstagnachmittag ein speziell zugeschnittenes Programmangebot (15.-18. Juni 2017).

 

Aktuelle Kunst im Museum 2017

29. April – 14. Mai 2017
Objekt, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Malerei
mit dem „Füssener Förderpreis für junge Kunst“ und der Sonderschau „Ein Raum – ein/e Künstler/in“
Das Konzept „Aktuelle Kunst im Museum“ mit den beiden Akzenten „Junge Kunst“ und der Sonderschau „Ein Raum – Ein/e Künstler/in“ findet seit mehreren Jahren erfolgreich in Füssen statt.
Aktuelle Kunst
Das Museum der Stadt Füssen im Barockkloster St. Mang stellt mehrere Ausstellungsräume und das Refektorium für die aktuelle Werkschau des BBK zur Verfügung. Als überregional bekanntes architektonisches Ensemble ist das ehemalige Benediktinerkloster ein geradezu idealer Veranstaltungsort für aktuelle Kunst – gerade im Kontrast zu dessen barockem Fluidum. Es bietet für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aller Stilrichtungen und Gattungen ein attraktives Podium. Die Mitglieder des BBK Allgäu/Schwaben Süd zeigen neue und aktuelle Kunstwerke, die in ihren Themen und Formen das widerspiegeln, was für sie heute bedeutsam ist. Das können Werke der Objektkunst, Skulptur, Installations- und Videokunst, Handzeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Malerei sein.
Füssener Sonderpreis für Junge Kunst
Der Füssener Sonderpreis für Junge Kunst wird von der Stadt Füssen gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Reutte vergeben.
Ein Raum – eine Künstlerin
Im Rahmen der Ausstellung stellt der BBK in diesem Jahr dem Füssener Künstler Wolf Maurer einen Raum zur juryfreien Präsentation seiner Werke zur Verfügung.
Veranstalter: Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Füssen

 

300 Jahre Kirchweih St. Mang  –  300. Todestag Johann Jakob Herkomer

Am 15. Februar 1717 wurde die Klosterkirche St. Mang nach ihrem Umbau zu einer prunkvollen Barockkirche eingeweiht. Nur wenige Monate darauf, am 27. Oktober, starb der Baumeister Johann Jakob Herkomer in einem der Gästezimmer des von ihm neuentworfenen Benediktinerklosters.
Das Barockkloster St. Mang zählt zu den eindrucksvollsten Klosteranlagen im süddeutschen Raum. Denn es gelang Herkomer, die alten unregelmäßig angelegten Gebäude an einem steilen Hang über dem Lech in ein wohlproportioniertes Gesamtkunstwerk nach der neuesten italienischen Mode zu verwandeln.
Dieses Gesamtkunstwerk „Kloster St. Mang“ wird im Jubiläumsjahr auf vielfältige Weise präsentiert, erklärt und gefeiert.
In der Zeit zwischen den beiden Jubiläumsdaten finden jeden Samstag kostenlose Führungen durch Kirche und Kloster St. Mang statt. Im Museum der Stadt Füssen, das im Kloster eingerichtet ist, können Besucher  die barocken Repräsentationsräume besichtigen, sich mit der Regel des heiligen Benedikt vertraut machen und die Ausstellung „Schatzkammer am Lech“ zur Baugeschichte und Funktion des Klosters besuchen. An sieben Mittwochabenden werden Fachleute Vorträge zur Architektur, Spiritualität und Politik des Klosters  St. Mang im 18. Jahrhundert halten. Dazu kommen Führungen, Exkursionen, Gottesdienste, Lesungen und Konzerte.
Im Programm der „Kaisersaalkonzerte“ wird sich 2017 das Jubiläumsthema, z. B. mit barocker Musik wieder finden.  Das renommierten Kammermusikfestival vielsaitig steht im Jubiläumsjahr unter dem Motto „Staunen“ und wird musikalisch zum Ausdruck bringen, wie das Barockkloster St. Mang seit seiner Entstehung die Menschen immer wieder ins Staunen versetzt hat und es auch weiterhin tun wird.

Broschüre Jubiläumsprogramm (655 KB)

Ein Gemeinschaftsprojekt von Pfarrei St. Mang, Volkshochschule und Kulturamt der Stadt Füssen

 

Wanderausstellung „Gut gebrüllt“

16. September – 13. November 2016
Die Bayerische Schlösserverwaltung bereiste die Regionen Bayerns mit einer großen Wanderausstellung über Bayerns beliebtes Wappentier, die in den Schlössern und Burgen jeweils für etwa sechs Wochen Station machten.
Zur Ausstellung:
Der Löwe als heraldisches Symbol ist kurpfälzischen Ursprungs und stand darüber hinaus jahrhundertelang für Altbayern. Vielfältige Aspekte ergeben sich, wenn man den Löwen in seiner Rolle als Symboltier betrachtet. Eigenschaften wie Stärke, Mut, Würde und Autorität werden ihm zugeordnet.
Unter anderem steht er auch für das Land Bayern, dessen Symboltier er besonders im 19. Jahrhundert wurde. Damit bildete er eine Alternative zum preußischen Adler.
Für die Wanderausstellung werden Löwen aus den verschiedenen bayerischen Regionen, aus unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Materialien zusammengeführt. Die ausgewählten Exponate stellen eine „Menagerie bayerischer Löwen“ dar und erzählen unterschiedliche Geschichten zu ihrer Herkunft, Bedeutung und Funktion.
Themenschwerpunkte der Ausstellung bilden die Funktion des Löwen als Hüter des Hauses, seine heraldische Herkunft als pfälzischer Löwe, sein Ruf als König der Tiere und seine reale Präsenz in den Menagerien der Renaissance als Tier der Könige.
Zudem wird die Verbindung zu Herkules mit dem nemeischen Löwen als beliebtem Herrscherideal im Absolutismus und zu Herkules als postulierter Ahne der Wittelsbacher deutlich. Im 19. Jahrhundert erschien der Löwe häufig als Begleiter der Bavaria und bediente in Karikaturen die Klischeevorstellungen über Bayern.

 

Hannah Schneider: Orbit

Installation, Zeichnung, Video, Settings
23. Juni bis 14. August 2016
Zur Ausstellung:
In ihrer Einzelausstellung „Orbit“ nimmt  Hannah Schneider direkt Bezug auf zur Architektur und Geschichte des Ausstellungsortes, dem Benediktinerklosters St. Mang und speziell seinem ovalen Bibliotheksbau.
Hannah Schneiders künstlerisches Interesse gilt der Auseinandersetzung mit Raum, Umgebung, Situationen oder Architektur und drückt sich zumeist in ortsbezogenen, experimentellen Interventionen, Filmen, Installationen und Zeichnungen aus.
Zur Künstlerin: Hannah Schneider, geboren 1984 in Filderstadt, hat ihre Schulzeit in Füssen verbracht. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Alanus Hochschule bei Bonn absolvierte sie ein Meisterschülerstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und ist seitdem als freischaffende Künstlerin in Köln tätig. Sie arbeitete 5 Jahre lang in einem Förderatelier im Atelierhaus des Bonner Kunstvereins und hat diverse Preise erhalten:
2010 die Debütantenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
2011 den Rhenania Kunstpreis
2013 den Deutsch-Französischen Kunstpreis. Der Preis war verbunden mit einer Ausstellung im kunsthistorischen Institut der Universität Bonn und in Temple Neuf, Strasbourg. Hier wurde die Videoarbeit „Bäuchlings auf dem Rhein“ mit einer Life-Orgelimprovisation uraufgeführt.
2014 wurde Hannah Schneider mit dem Alanus Preis für Bildende Kunst ausgezeichnet und ihr künstlerisches Schaffen in einer Einzelausstellung im Stadtmuseum Siegburg 2015 vorgestellt.

 

Aktuelle Kunst im Museum 2016

Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd e.V.
29. April -16. Mai 2016
Objekt, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Malerei
mit dem „Füssener Förderpreis für junge Kunst“ und der Sonderschau „Ein Raum – ein/e Künstler/in“

Das Konzept „Aktuelle Kunst im Museum“ mit den beiden Akzenten „Junge Kunst“ und der Sonderschau „Ein Raum – Ein/e Künstler/in“ findet seit mehreren Jahren erfolgreich in Füssen statt.
Aktuelle Kunst
Das Museum der Stadt Füssen im Barockkloster St. Mang stellt mehrere Ausstellungsräume und das Refektorium für die aktuelle Werkschau des BBK zur Verfügung.
Als überregional bekanntes architektonisches Ensemble ist das ehemalige Benediktinerkloster ein geradezu idealer Veranstaltungsort für aktuelle Kunst – gerade im Kontrast zu dessen barockem Fluidum. Es bietet für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aller Stilrichtungen und Gattungen ein attraktives Podium.
Die Mitglieder des BBK Schwaben Süd zeigen neue und aktuelle Kunstwerke, die in ihren Themen und Formen das widerspiegeln, was für sie heute bedeutsam ist. Das können Werke der Objektkunst, Skulptur, Installations- und Videokunst, Handzeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Malerei sein.
Füssener Sonderpreis für Junge Kunst
Der Füssener Sonderpreis für Junge Kunst wird von der Stadt Füssen gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Reutte finanziert und ist mit 1.000 Euro dotiert. Alle nach 1975 geborenen Künstlerinnen und Künstler des BBK Schwaben-Süd können sich dafür bewerben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Vernissage durch den Vorstandsvorsitzenden der Elektrizitätswerke Reutte, Herrn Magister Klaus Schmitzer.
Ein Raum – eine Künstlerin
Im Rahmen der Füssener Ausstellung stellt der BBK in diesem Jahr der Künstlerin Anna Ottmann aus Stadtbergen bei Augsburg einen Raum zur juryfreien Präsentation ihrer Werke zur Verfügung.
Vernissage mit Preisverleihung: 29.04.2016, 19 Uhr
Zusatzprogramm: Performance und Rundgang durch die Ausstellung mit
Schauspielerin Anna Ottmann und Gerhard Menger (BBK Vorsitzender)
am 06. Mai 2016, 19 Uhr
Veranstalter: Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Füssen  

 

ruinelli architetti – im dialog mit der tradition

16. Januar – 28. Februar 2016
Armando Ruinelli, geboren 1954, wuchs in Soglio im Bergell, einem italienischsprachigen Tal des Kantons Graubünden in der Schweiz auf. Nach seiner Lehre und 2-jähriger Berufspraxis als Hochbauzeichner in Zürich kehrte er 1976 in seinen Heimatort zurück. Mit kleinen Aufträgen der Gemeinde startet Ruinelli autodidaktisch als Architekt: zuerst ist es nur eine Mauer, ein Geräteschuppen, dann zwei Häuser in Soglio und ein Anbau an ein Hotel in Vicosprano. Ruinelli renovierte die Kirche in Soglio, plante eine Schreinerei, einen Bauernhof, eine Turnhalle und restaurierte Bruno Giacomettis Grenz wärterhäuschen in Castasegna unten an der Grenze nach Italien. 1988 bezog er das eigene Atelier mitten im Dorf. Seit 2000 führt Ruinelli das Büro zusammen mit dem ebenfalls aus Soglio stammenden Fernando Giovanoli als Partner. Zahlreiche Projekte haben sie über die Jahre in Soglio und im Bergell realisiert. Immer ist es die intensive Auseinandersetzung mit einem gegebenen Thema, mit einer Situation, mit der lokalen Tradition, mit den historischen Bautypologien, mit den stimmigen Materialien. In zeitgenössischer Sprache führen sie die reiche Tradition der ursprünglichen Bergeller Bauweise fort. Ruinelli Architetti haben das regionale neue Bauen zu einer Qualität geführt, die weltweit Aufmerksamkeit erregt. Vortragsreisen bis nach Japan, Gastprofessuren in Deutschland, nationale und internationale Jury- und Beratertätigkeiten führen Ruinelli immer wieder hinaus aus dem Bergell. Dennoch weiß er sicher: er bleibt in Soglio.
In der Ausstellung werden Fotos, Modelle, ein Materialtisch sowie der Bauwelt-Film No. 5 „Armando Ruinelli, der Ortsbaumeister von Soglio“ (Deutsche Welle-TV) gezeigt.
Aktuell erschien beim Bayerischen Landesverein für Heimatpfleger e.V. in der Reihe „Der Bauberater“
Heft 3: „Bauten im Kontext von Ruinelli Associati Architetti“ (ISSN 0177-4484, 3Euro).
In der Orangerie der Stadtbibliothek Füssen gibt es einen Büchertisch und eine „LeseZeit“ zum Thema.
Eröffnung: Freitag, 15.01.2016, 19.00 Uhr
Begrüßung durch Paul Iacob, Erster Bürgermeister der Stadt Füssen, Einführung durch Franz G. Schröck, architekturforum allgäu, Werkvortrag von Armando Ruinelli, Soglio, Musikalisches Intermezzo: John-Arthur Westerdoll, Violine
Veranstaltung: Freitag, 26. Februar 2016, 19 Uhr
Gesprächsrunde „Materialgerechtes Bauen im ländlichen Raum“ mit Ernst Gamperl, Steingaden Dr. Bettina Schlorhaufer, Innsbruck Frank Lattke, Augsburg Thomas Lauer, München Armando Ruinelli, Soglio
Moderation: Thomas Meusburger, architekturforum allgäu
Der Abend wird musikalisch von Tobias Meggle (hinterland records) mit einem DJ-Set aus eigenen Kompositionen live gestaltet.

 

Japanische Puppen für Alltag und Fest

24.09. – 25.10.2015
Aus der Sammlung von Werner Schwendner
Der Umgang mit Puppen (人形 ningyō = menschliche Form) in Kult und täglichem Leben hat in Japan wohl schon lange eine bedeutende Rolle gespielt. Wie in anderen Kulturen, findet man menschliche Figuren hier als Grabbeigaben bereits in prähistorischer Zeit bis etwa ins 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. In der Heian-Zeit (794-1185) werden Strohpuppen (katashiro 形代 oder hitogata 人形) mit magischer Symbolkraft erwähnt. In Zeiten von Seuchen setzte man sie auf Gewässern aus, damit sie die Krankheit mit sich fort tragen sollten.
Später wurde die Puppe zum Talisman, zum Freundschaftsgeschenk, zum Zimmerschmuck oder zur berühmten Theaterspielfigur. Als Kinderspielzeug waren Puppen besonders seit dem 17. Jahrhundert, also der Tokugawa-Zeit, sehr beliebt. Man formte sie meist aus Ton in Holzmodeln, brannte sie und malte sie bunt an. So wurden sie im ganzen Land als billiges Spielzeug verkauft. Heute dienen Puppen aus den verschiedenen Regionen vielfach als Schmuck- und Kunstobjekte, die von Sammlern sehr gesucht werden. Am häufigsten dargestellt werden Tänzerinnen in Geisha-Gestalt und -Gewand, historische Krieger oder Szenen aus dem Alltagsleben.
Die Sammlung Werner Schwendner:
Seit etwa 25 Jahren widmet sich Werner Schwendner dem Erwerb und der Sammlung japanischen Spielzeugs. Als er 1990 ein Seminar für Stukkateure in Japan leitete, erwachte sein Interesse für diese fernöstliche Kultur. Beim Aufbau der Sammlung stand stets Schwendners Interesse an der japanischen Formen- und Materialienvielfalt im Vordergrund und weniger die Suche nach ausgesuchten Kostbarkeiten. Insbesondere unterschiedlich gearbeitete und dekorierte Puppen und Spiele des Alltags erfreuen den Sammler immer wieder aufs Neue, da sie direkte Eindrücke vom Leben in den verschiedenen Gegenden Japans übermitteln.  
Hier können Sie sich den Initiates file downloadFlyer mit Informationen zur Ausstellung herunterladen.

 

Ausstellung zum Thema „Wasser“

Die Ausstellung zum Thema „Wasser“ mit Fotografien von Peter Samer 

Die Eröffnungsveranstaltung Klangbilder „Wasser“ 2015 findet ebenso am 20.05.2015 im Kaisersaal des Barockklosters St. Mang im Anschluss an die Vernissage statt:
Fotos und Videoprojektionen untermalt mit Livemusik
Veranstalter: Kulturamt der Stadt Füssen und Peter Samer
Flyer mit Informationen zur Ausstellung und zur Veranstaltung
Flyer mit Inhalt der Ausstellung

 

Aktuelle Kunst im Museum 2014

Berufsverband Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd e.V.
12.04. bis 27.04.2014
Objekt, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Malerei
mit Füssener Förderpreis für junge Kunst und Sonderschau von Eva Anderson

 

Hollywood in Füssen

Zur Uraufführung des Kinofilms „Gesprengte Ketten“ vor 50 Jahren

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit.
In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 fand die größte Fluchtaktion aus dem Kriegsgefangenenlager der deutschen Luftwaffe „Stalag Luft III“ in der niederschlesischen Stadt Sagan (heute Żagań in Polen) statt, bei der 87 Gefangene durch einen Tunnel zunächst fliehen konnten.
Da der Tunnel jedoch um etwa 10 Meter zu kurz war, befand sich sein Ausstieg nicht wie geplant im angrenzenden Wald, sondern noch im Lagerbereich, der von Scheinwerfern ausgeleuchtet wurde.
Die Flucht wurde von der Wachpatrouille entdeckt, elf Gefangene sogleich im Wald gefasst. Vier Piloten schlugen sich nach Breslau durch, nahmen einen Zug Richtung Norden, um nach Norwegen zu gelangen. Sie wurden jedoch in Flensburg gefangen genommen und drei Tage später von der Gestapo erschossen. Nur drei der 76 Flüchtigen erlangten die Freiheit,
50 Gefangene wurden auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers ermordet, die anderen wieder in Lager deportiert.
Im Roman von Paul Brickhill „The Great Escape“ sah der bekannte Hollywood-Regisseur John Sturges einen fesselnden Stoff für einen Kinofilm.
Er gewann für sein neues Filmprojekt internationale Filmstars wie Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, Charles Bronson und James Coburn. Der Film wurde weltweit zu einem Kassenerfolg und zählt heute zu den großen Kriegsfilm-Klassikern. Er stellt eine Hommage an den „unbezwingbaren Geist“ der Menschen für die Freiheit dar. Obgleich der Massenausbruch für fast alle tragisch scheiterte, nur drei Männern gelang die Flucht, konnte der Freiheitsdrang nicht besiegt werden.
Die Bavaria Filmstudios in München boten die idealen Voraussetzungen für die Dreharbeiten. Im angrenzenden Perlacher Forst wurde das Kriegsgefangenenlager originalgetreu nachgebaut.
In Kooperation mit Bavaria Film erinnert das Museum der Stadt Füssen in einer Sonderausstellung an die Dreharbeiten des Hollywood-Teams unter der Regie von John Sturges in der Altstadt Füssen und dem Füssener Land.
In den etwa sechs Wochen der Dreharbeiten logierten die Hollywoodstars Steve McQueen, Charles Bronson und James Coburn und das gesamte Filmteam in Hotels in Füssen, Hohenschwangau, Hopfen und Speiden.
Die Füssener Altstadt wurde zurück in die Zeit des 2. Weltkriegs verwandelt. Dies war nicht all zu schwierig, denn 1962 war die Patina einer angegrauten mittelalterlichen Stadt noch fast durchgängig erhalten. Der Bahnhof, die engen Gassen in der Altstadt, die Dachlandschaften boten ideale Kulissen für die Verfolgungsjagden.
Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger spielten als Statisten mit oder beobachteten die Dreharbeiten von den Dächern der Spitalgasse. In bisher unveröffentlichten Fotos von den Dreharbeiten wird die Filmatmosphäre am Kappenzipfel oder in der Drehergasse anschaulich eingefangen.
Fotos wie auch Requisiten von den Bavaria Filmstudios erzeugen einen lebendigen Eindruck der damaligen Filmproduktion.
Ein sensationelles Exponat der Ausstellung stellt das originale Motorrad – eine Triumph TR6 – dar, das als Ersatzmotorrad bei den Dreharbeiten mitgeführt wurde. Ein englischer Film-Enthusiast entdeckte es in Schottland und brachte es nun als Leihgabe in die Ausstellung.
Aber auch der Baseball, den Steve McQueen dem Besitzer der Pension Pergola in Hopfen schenkte, ist ein beredtes Ausstellungsstück, symbolisiert er doch den Drang und den unbezwingbaren Willen von Captain Virgil Hilts, gespielt vom Hollywoodstar Steve McQueen, zur Freiheit.
Es werden Filmausschnitte der Verfolgungsjagd durch die Gassen der Altstadt, der Szene im französischem Cafe, der Flucht im Ruderboot und natürlich der wilden Motorrad-Verfolgung an die „Schweizer Grenze“, die zwischen Pfronten und Weißensee verlief, gezeigt.

 

Alberto Carutti

20.07. bis 08.09.2013

Aus der Privatsammlung von Carlo Alberto Carutti
Geweckt wurde die Liebe zur Musik beim jungen Carlo Alberto Carutti in der Grundschule, als seine Lehrerin ihm im Schulchor den Solistenpart übertrug. Auf dringendes Anraten seines Vaters nahm er zwar ein Ingenieurstudium auf, doch blieb die Musik sein ständiger Begleiter. So erlernte er das Gitarren- und Geigenspiel. Beim legendären italienischen Jazzer Luciano Zuccheri spielte er in den 1940er Jahren als Gitarrist im „Quintetto Ritimico di Milano“.
Als Kind besaß er als erstes eigenes Instrument eine kleine viersaitige Ukulele. Als 16jähriger konnte er beim Besuch der Gitarrenbauer- Werkstatt von Antonio Monzino in Mailand dem Kauf einer Gitarre nicht widerstehen und versetzte dafür seine Märklin-Modelleisenbahn.
Seine Profession als Ingenieur verschränkte sich nun eng mit der Sammelleidenschaft, auch durch seine jahrzehntelangen Kontakte zur Firma Bihler und zu den Städten Füssen und Cremona.
Die Ausstellung zeigt repräsentative Exponate der herausragenden Sammlung und ehrt den 90jährigen Kunstmäzen.

 

Anton Kirchmair

Zeichnungen, Grafik, Installationen vom Aufenthalt in der Bleckenau 2012
• Anton Kirchmair wurde 1943 in München geboren.
• Nach einer Zeit als Werkzeugmacher und Seemann studierte er Kunst an der LMU München.
• Von 1972 – 1992 war er als Kunsterzieher tätig.
• Seit 1992 arbeitet er als freischaffender Künstler und lebt in Haidmühle/Marchhäuser, direkt an der bayrisch-tschechischen Grenze.
• Seit 1998 rege Ausstellungstätigkeiten im In- und Ausland. So war er 1998 artist in residence am Virginia Center fort he Creative Arts (USA).
• 2012 war Anton Kirchmair mit seinem ersten Künstlerbuch Drei Silben auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Christopher Schmidt schreibt darüber in der Süddeutschen Zeitung: „…ein eindruckvolles Exempel für gelebte Buchkunst, individuelle Bücher, in denen die ganze Erfahrung eines Künstlerlebens steckt. Johannes Gutenberg hätte gewiss seine Freude daran.“ (SZ vom 13.10.2012)
• Schwerpunkt seiner Arbeiten bilden die Zeichnungen, „ganz mit der Absicht, sich noch mehr von der Schwere des Materials und den großen Formaten zu befreien. Das Handwerkliche hat er zugunsten einer geistigen Beschäftigung reduziert. Freie, zarte Bleistift-Handzeichnungen werden präzise, aber lapidar auf das Papier gesetzt – minimalistisch gebündelte Linienfelder zeugen von einem starken Wunsch nach äußerster Reduktion und Purismus.“ (Dr. Petra Noll)
• Im Jahr 2012 erhielt Anton Kirchmair die Jägerhütte auf der Bleckenau für einen längeren Arbeits-Aufenthalt von den Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Oberammergau zur Verfügung gestellt.
• Wichtig ist dem Künstler dabei besonders auch der sorgsame Umgang mit den Dingen, und hier vor allem mit den eigenen Produkten. So zeugen die Kaltnadelradierungen, die Bleistift -Zeichnungen sichtbar und nachvollziehbar von Überarbeitungen. Nichts wandert in den Papierkorb oder in die Wertstofftonne, sondern der Künstler steht zu seiner Produktion, die auch Fehler aufweisen kann und lässt den Betrachter am Werkprozess teilhaben.
• Auch die Verpackungen und die Materialien der Präsentation werden zu einem integrierten Teil des einzelnen Kunstwerks, wie in der Installation im Refektorium zu sehen ist.

 

Oskar Freiwirth-Lützow

12.05. bis 16.09.2012
Prozession im Kanton Wallis, Öl auf Leinwand, 1908
EIN KÜNSTLER DER JAHRHUNDERTWENDE ZUM 150. GEBURTSTAG
Oskar Freiwirth-Lützow war sicherlich der bedeutendste Künstler der Zeit um 1900 in Füssen.
Er wurde am 12. Mai 1862 als Sohn des Wilhelm Lützow und Karolina Kunkel in Moskau geboren. Dieser 150. Geburtstag ist Anlass einer Sonderausstellung in derStädtischen Gemäldegalerie im Hohen Schloss Füssen. Mit einer Reihe von Leihgaben aus Privatbesitz, die noch nie in einer Zusammenschau öffentlich gezeigt wurden, wird sein künstlerisches Schaffen eindrucksvoll dokumentiert.
Moskau – Düsseldorf – München  – Sankt Petersburg – Faulenbach waren einige Stationen im Künstlerleben von Oskar Freiwirth-Lützow.
Oskar Freiwirth-Lützow zog mit seiner Familie als bekannter, erfolgreicher und gut situierter Künstler 1913 nach Faulenbach, nachdem er seit 1907 öfters hier zur Sommerfrische weilte.
1913 erwarb er in Faulenbach die „Villa Maria“ und ein Atelier in einem Haus oben auf dem Kobelhang, das heutige „Haus Edelweiß“.
Das bescheidene Auftreten des weltläufigen Künstlers Oskar Freiwirth-Lützow, aber zugleich auch sein engagiertes gesellschaftliche Eintreten für die Belange der Kunst und Kultur und sein soziales Engagement machten ihn in Füssen so anerkannt und beliebt.
Seit 1884 begann in München seine selbständige Künstlerkarriere.
1890 beschickte er die St. Petersburger Frühjahrausstellung mit dem Gemälde „Ein lieber Gast“, das sogleich von Großfürst Alexander Michailowitsch gekauft wurde. Sein Geschäft auf dem russischen Kunstmarkt begann zu florieren.
Zar Nikolaus kaufte zunächst sein Bild Der Alchimist und 1901 Ein Alchimist mit Schülern. Die gesellschaftliche Anerkennung blieb nicht aus und er wurde Mitglied in der exklusiven Petersburger Künstlergesellschaft, wo man ihm sogar die Präsidentenstelle anbot.
Doch er kehrte 1899 nach München zurück und setzte dort seine Künstlerkarriere erfolgreich fort. 1909 erhielt er in der Kunstausstellung im Münchner Glaspalast die zweite goldene Medaille für das Gemälde Die Gevatterin.
In München war er ein sehr gefragter Künstlerkollege: er saß im Ausschuss der Münchner Künstlergenossenschaft, war Schatzmeister der Allgemeinen deutschen Künstlergenossenschaft und erster Vorsitzender der Geselligen Vereinigung Münchner Künstler.
Oskar Freiwirth-Lützow zählte zu „den wenigen erfolgreichen Malern und Bildhauern der Epoche“. 1912 berichtete der Kunstkritiker Hans Roth in seiner Reportage von einem Atelierbesuch bei Freiwirth-Lützow: „Viele Bilder kann man bei Freiwirth-Lützow nicht sehen, denn er ist in der glücklichen Lage, sie meist von der Staffelei weg zu verkaufen. Mit Rußland teilen sich vorwiegend Deutschland, England und Amerika in dem Besitz seiner Bilder“.
Seit 1913 lebte er mit seiner Familie in Faulenbach und starb am 3. Mai 1925 in Füssen.

 

Cremona

Weltweit keine Stadt ist mit dem Geigenbau so intensiv verbunden wie die oberitalienische Stadt Cremona.
Die Kulturpartnerschaft zwischen Füssen, der Wiege des europäischen Lautenbaus, und Cremona, dem internationalen Zentrum des Geigenbaus, wird in einer hochkarätigen Sonderausstellung mit Instrumenten der bedeutendsten Cremoneser Geigenbauer eindrucksvoll untermauert.
In der Ausstellung sind fünf besonders wertvolle historische Violinen zu sehen, die die bedeutendsten Geigenbau-Dynastien in Cremona dokumentieren:
Vom Stammvater des Cremoneser Geigenbaus, Andrea Amati (geb. um 1505 – 1577), ist eine Violine von 1566 aus der berühmten Instrumentengruppe für den französischen König Karl IX. zu bewundern.
Eine Generation später ist die Schaffenszeit von Francesco Ruggeri (geb. um 1620 – 1698), der noch ganz im Stil von Amati arbeitete.
Eruptive Kraft vermittelt die Violine „Il Vesuvius“ aus dem Jahr 1727 von Antonio Stradivari (geb. um 1644 – 1737).
Giuseppe Guarnerius del Gesù (1698–1744), dessen Instrumente neben denen von Antonio Stradivari zu den begehrtesten und teuersten Instrumenten zählen, ist mit der Violine „Stauffer“ von 1734 vertreten.
Mit einer Violine von Enrico Ceruti (1806–1883) wird der Geigenbau in Cremona des 19. Jahrhunderts dokumentiert.
Weitere fünf Streichinstrumente – zwei Violinen, eine Viola, ein Violoncello und ein Kontrabass – stellen Sieger des Internationalen Geigenbau-Wettbewerbes der Jahre 1976 bis 2009 in Cremona vor und repräsentieren den zeitgenössischen Geigenbau.
Diese Sonderausstellung wird auch anlässlich des Jubiläumsjahres 450 Jahre Füssener Lautenmacher-Zunft veranstaltet und unterstreicht die Bedeutung der Kulturpartnerschaft zwischen den beiden historischen Musikinstrumenten- Zentren Cremona und Füssen.

 

Muyan Lindena „Megapixel“

Bildhauerarbeiten und Installationen vom Bleckenau-Aufenthalt 2011
Der Forstbetrieb Oberammergau der Bayerischen Staatsforsten stellt seit 2006 seine Holzerhütte in der Bleckenau, gelegen nahe den Königsschlössern in Hohenschwangau, einem bildenden Künstler für einige Monate als Atelier zur Verfügung.
2009 ergab sich die Gelegenheit, mit dem Künstler Peter Lang den Werkzyklus, der auf der Bleckenau entstanden ist, im Museum der Stadt Füssen in einer Sonderausstellung zu präsentieren.
In Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Oberammergau ermöglicht das Museum der Stadt Füssen nun dem jeweiligen Künstler-Stipendiaten, seine Arbeiten des Bleckenau – Aufenthalts im Museum zeigen zu können.
Während Peter Lang hier seine großformatigen Gemälde zeigen konnte und sein Malgegenstand die Bergwelt der Bleckenau, der Wandel des Lichts und der Farben in der Natur im Laufe der Jahreszeiten darstellte, so sehen wir bei den Werken von Muyan Lindena Installationen. Sein Material ist das Holz der Bergwälder und sein Thema die gewachsene Struktur des Holzes.
In den vier Ausstellungsräumen sind vier große Installationen aufgebaut mit Hölzern in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen – vom frisch gesägten Holzstamm, über roh gehobelte Dachlatten, zu fein poliertem Parkettholz und bis hin zu alt gedienten Schindeln.
Das Museum der Stadt Füssen sieht es als seinen Kulturauftrag an, Kunst, die hier in der Gegend entsteht, zu fördern und sie der Öffentlichkeit zu vermitteln.

 

Die Füssener Stadtmauer – Tore und Türme

18.01. bis 18.03.2012
Als vor genau 200 Jahren – 1812 – alle Stadttore mit Ausnahme des Bleichertores und des Augsburger Torturmes im Stadtmauerrings Füssens geschleift wurden, war dies ein sichtbares Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit.
Denn seit dem hohen Mittelalter war eine Stadtbefestigung wesentlicher Bestandteil jeder deutschen Stadt. Spätestens mit der Stadterhebung Füssens Ende des 13. Jahrhunderts wurde um Füssen eine erste Wehrmauer errichtet, die kurz nach 1313 durch drei hohe Tortürme verstärkt wurde. In der Blütezeit Füssens um 1500 erfuhr die Stadt eine räumliche Erweiterung, die durch einen weiteren Mauerring integriert wurde.
Zunächst hatte die Stadtbefestigung eine reine Schutz- und Wehrfunktion nach außen. Wehrtechnische Schwachstelle im Befestigungsring stellten die Tore dar, die aber durch den Bau von Türmen über dem Tor und durch die Anstellung von Torwärtern ausgeglichen wurde.
Der Torwart war für den Schließdienst und die Zolleinnahmen zuständig. Niemand durfte unkontrolliert die Stadt betreten oder verlassen. Somit erfüllte das Schließen der Tore auch eine Funktion der Selbstkontrolle der städtischen Gesellschaft. Die Freizügigkeit des Einzelnen war nach unserem heutigen Empfinden extrem eingeschränkt, das Verhalten des Einzelnen leicht überprüfbar.
Doch daneben spielte das Repräsentationsbedürfnis auch eine bedeutende Rolle. Besonders die Tortürme markierten über ihre Höhe und Gestaltung herrschaftliches Selbstbewusstsein, was besonders gut am Augsburger Torturm abzulesen ist.
Nicht nur dass durch die Feuerwaffen Stadtmauern wehrtechnisch völlig überflüssig wurden, sondern auch der Prozess der Individualisierung des Menschen ließ eine Befestigung und Abschottung nach außen überflüssig werden.
So wurden Anfang des 19. Jahrhunderts Stadtmauer und Stadttore als Anachronismen zum Fortschritt betrachtet. Ihre Baulast versuchte sich die Kommune möglichst schnell mit Abbruch oder Verkauf von Mauerabschnitten an Private zu entledigen.

 

Fotoausstellung – Albert Müller

In der Reihe „Spuren zur Geschichte der Stadt Füssen“
„Städtisches Hallenbad“
Fotoarbeiten von Albert Müller
Kurz bevor die Bagger das Hallenbad der Stadt Füssen einrissen, erhielt der Fotograf Albert Müller die Gelegenheit, letzte Eindrücke aus dem Innern des Hallenbades fotografisch festzuhalten.
So entstanden beeindruckende Stillleben. Die einzelnen Räume, die Ausstattung, Reste des noch vorhandenen Gestaltungskonzeptes und Leitsystems und die noch herumliegenden Bade-Accessoires ergeben sinnliche Bilder der Nachlese.
Die Fotoserie von Albert Müller reiht sich ein in der Kunstgattung der „Natura morta-Darstellungen“. Sie arrangiert in ästhetischer Absicht reglose Gegenstände. Ihre Zusammenstellung lädt sich damit jedoch mit symbolischer Bedeutung auf.
In der Ausstellungsreihe „Spuren zur Geschichte der Stadt Füssen“ stellen die Fotos von Albert Müller auch zeitgeschichtliche Dokumente dar. Sie halten –  auf künstlerische Weise verdichtet  – Architektur und Gestaltkonzept des ehemaligen Hallenbades fest.
Ganz im Geist und in der Intention der Olympischen Sommerspiele 1972 in München entwarf der Münchner Architekt Werner Wirsing (* 4. März 1919 in Gemünden/Main) ein Sportbad, das mit Sichtbeton und großen Glasfronten Offenheit und Transparenz signalisierte.
Das Farbkonzept und das Besucher-Leitsystem schuf der damals bedeutendste Grafiker der Bundesrepublik, Otl Aicher (* 13. Mai 1922 in Ulm; † 1. September 1991 in Günzburg), der auch die Piktogramme für die Olympiade in München entwickelt hatte.
Das Hallenbad wurde 1973 formlos der Öffentlichkeit übergeben. Nachdem es nur äußerst defizitär betrieben werden konnte, musste es 2005 geschlossen werden. Schließlich wurde das gesamte Hallenbad-Gelände verkauft und wich einer Wohnbebauung.

 

Füssener Uhren und Uhrmacher

Im Museum der Stadt Füssen wird erstmals das bedeutende Handwerk der Füssener Uhrmacher in einer Sonderausstellung gewürdigt.
Eine Triebfeder, die diesen Berufszweig in Füssen besonders förderte, war die Benediktinerabtei St. Mang, da eine genaue Zeiteinteilung den klösterlichen Alltag bestimmte.
Die ersten Uhrmacher waren Schlosser und Schmiede, und zunächst zählte die Uhrmacherei zu den Künsten. Schließlich entwickelten sich die Uhrmacher zu Pionieren der Feinmechanik.
Die Geschichte des Füssener Uhrmacherhandwerks vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart wird anhand exzellenter Uhren veranschaulicht. Unterschiedliche Uhrenarten sind zu bewundern: von der Sonnenuhr zur mechanischen Räderuhr, vom großen Turmuhrwerk bis zur kleinen Armbanduhr.
Zur Ausstellungseröffnung präsentiert die traditionsreiche Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co. KG modernste Entwicklungen der Uhrenproduktion in einer Jubiläumsschau zu ihrem 150-jährigen Bestehen.

 

PinHoly – Oliver Möst

„Heiligen Portraits“ aus der Camera Obscura
von Oliver Möst
Für seinen neuen Werkkomplex mit dem Titel „Pinholy“ portraitiert Oliver Möst Personen, die jeweils einer bestimmten Berufsgruppe angehören. Dabei knüpft er an die Heiligen- und Gesellschaftsdarstellungen des 16. und 17. Jahrhunderts an und stellt mit seiner „Pinholy“-Serie einen aktuellen Bezug zur Gegenwart her. In seinen Fotoporträts zeigt er eine zeitgenössische Variante der Darstellung von Patronatsheiligen.
Die von ihm für die Portraits ausgewählten Personen sieht er als Menschen an, die in der Ausübung ihres Berufes als integre Vorbilder für andere gelten. Möst erstellt somit eine moderne und zeitgemäße Variante von „Patronatsheiligen des 21. Jahrhunderts“.
Die wahre Identität der von Oliver Möst dargestellten Patronatsheiligen ist für den Betrachter gar nicht oder nur erschwert auszumachen, denn die Portraits sind durchgehend schemenhaft.
Alle Fotografien der „Pinholy“-Serie zeichnen sich durch diese auffallende Unschärfe aus, die beabsichtigt ist und das leitende ästhetische Prinzip der gesamten Arbeit des Künstlers darstellt.
Die Unschärfe der Fotoarbeiten ist auf die von Oliver Möst genutzte Technik der Lochkamera zurückzuführen. Diese linsenfreie Kamera, auch als ‚Camera Obscura’ bezeichnet, stellt die Grundform aller fotografischen Kameras dar. Der Titel dieser Serie lässt sich auf ein Wortspiel mit der englischen Bezeichnung der Lochkamera-Fotografie zurückführen: Aus der einfachen „pinhole photography“ wird bei Oliver Möst die heilige „pinholy photography“.
(nach einem Katalogtext von Katrin Kohle) 

Landesausstellung Bayern – Italien

Die Stadt Füssen war zusammen mit Augsburg Austragungsort der Bayerischen Landesausstellung 2010. Diese Ausstellung, die vom Haus der Bayerischen Geschichte vom 20. Mai bis zum 10. Oktober 2010 veranstaltet wurde, stand unter dem gerade für Füssen sehr attraktiven Thema „Bayern und Italien“.
Schauplätze der Bayerischen Landesausstellung waren in Augsburg das Maximilianmuseum und das 2009 eröffnete Textil- und Industriemuseum TIM und in Füssen das prächtige Barock-Kloster St. Mang.
Hier wurden die vielfältigen bayerisch-italienischen Verbindungen von der Antike bis ins ausgehende 18. Jahrhundert gezeigt. Hochkarätige Exponate aus zwei Jahrtausenden aus Museen, Kirchen, Bibliotheken, Archiven und von Privatpersonen waren zu sehen.
Nicht nur, dass einer der ältesten Wege, die Römerstraße Via Claudia Augusta, nach Süden durch Füssen führte; auch der Veranstaltungsort selbst, das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang zeugt auf Schritt und Tritt vom Kulturkontakt zwischen Nord und Süd.

Informationen zum Begleitprogramm
Informationen auf der Archivseite vom Haus der Bayerischen Geschichte

 

Peter Lang – Zwei Sommer, drei Winter in der Bleckenau

Der Künstler Peter Lang, geboren 1965 in Holzkirchen, arbeitete die letzten zwei Sommer und drei Winter in der Bleckenau. Sein Maleratelier war der Geräteschuppen des Forstgebäudes der Bleckenau und die Holzerhütte bot ihm Wohnraum in dieser Zeit.
Sein Malgegenstand stellte die Bergwelt der Bleckenau, der Wandel des Lichts und der Farben in der Natur im Laufe der Jahreszeiten dar.
Peter Lang entwickelte seine ganz eigene Maltechnik: auf die grundierte Leinwand malt er vor Ort seine Landschaftswahrnehmungen. Diese werden dann im Atelier mit einer Schlagschnur überarbeitet, indem Farbpigmente linear aufgebracht werden.
Extra zu dieser Ausstellung malte er auch vor Ort, im Refektorium des Klosters St. Mang.
In der Ausstellung werden neben den sechs großformatigen Refektoriumsbildern die Gemälde aus der Schaffensphase in der Bleckenau erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Wolfgang Wachter

Neue Bilder

Foto:
ohne Titel, Acryl auf Nessel, 80/60 cm

 

Klang und Sinn

Saiteninstrumente in der grafischen Kunst
Lauten und Geigen sind Engeln in die Hand gegeben, das abgelegte Saiteninstrument in einem Stillleben verstärkt den Eindruck der Vanitas, während eine Lautenspielerin Lebenslust signalisiert.
Musik erzeugt Stimmung und das Musikinstrument in der bildenden Kunst drückt Stimmungslagen aus.
Ein interessanter, neu erworbener Sammlungsbestand des Museums, Saiteninstrumente in den grafischen Künsten, wird hier präsentiert.
Foto: Der Verführte
Lithographie von Ferdinand Piloty um 1840 nach einem Gemälde von Gerrit van Honthorst

 

Nachschaffen im Geist des Originals

Modelle der Stuckateure Josef Schnitzer, Vater und Sohn
Herr Emil Herzig erlernte das Stuckateurhandwerk bei Josef Schnitzer in Buching und war als Stuckbildhauer jahrzehntelang Mitarbeiter dieser Stuckateursfirma. An zahlreichen großen Projekten wie dem Wiederaufbau der Münchner Residenz oder der Restaurierung des Passauer Domes war er selbst beteiligt.
Herr Herzig zeigt an praktischen Beispielen die Arbeit von Versetz- und Antragsstuck, führt die Herstellung von Stuckmarmor vor und lüftet das Geheimnis der Scagliolatechnik.
Erstmals werden Modelle der Stuckateure Josef Schnitzer vorgestellt. Sie sind bedeutende Zeugnisse nicht nur der handwerklichen Kunst der Stuckateure Schnitzer im Besonderen, sondern auch der Denkmalpflege der Nachkriegsjahrzehnte im Allgemeinen.
Josef Schnitzer sen. entstammte einer kinderreichen Schneiderfamilie aus Elmen. Er wurde am 7. April 1877 geboren, kam dann zu einem Stuckateur in die Lehre und ließ sich in Bayerniederhofen nieder. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Josef, geboren 1915, den Betrieb, den er bis zu seinem Tod 1984 leitete.
Foto: Modell des Seitenaltares in St. Maria Magdalena, Bruchhausen, Josef Schnitzer jun. 1956

 

Spuren zur Geschichte der Stadt Füssen

Rudolf Allwardt – ein Landschaftsmaler aus Mecklenburg in Hopfen
In den 1950er Jahren lebte der Kunstmaler Rudolf Allwardt in Hopfen am See. Aus dieser Zeit haben sich im Familienbesitz noch einige Gemälde erhalten, die in dieser kleinen „Spuren“ – Ausstellung gezeigt werden.
Biographisches: Rudolf Conrad Erich Allwardt wurde am 8. März 1902 in Malchin in der „Mecklenburgischen Schweiz“ geboren.
Bereits als 17jähriger besuchte er die Münchener Kunstgewerbeschule, absolvierte eine Buchbinderlehre und arbeitet in München als Geselle in einer Kunstbuchbinderei.
Ab 1925 arbeitete er als Farbkocher bei der Farbmöbel AG in München.
Doch dann entschloss er sich, Künstler zu werden und besuchte die Starnberger Malerschule, die er aber aus Geldmangel bald verlassen musste und kehrte nach Malchin zurück.
Ein großer Lottogewinn seines Vater ermöglichte ihm dann intensive Studienaufenthalte in Paris, Berlin, Hamburg und München.
Von Januar 1951 bis Oktober 1959 lebte er mit seiner Familie in Hopfen am See.
Am 24. Mai 1983 ist Rudolf Allwarth dann in Miltenberg gestorben.
Malstil und Motive: Die Ausstellung zeigt Gemälde aus seiner Hopfener Zeit und zeigt Landschaftsmotive vor allem vom Bergpanorama um den Hopfensee.
Sein Malstil erscheint uns heute als traditionell, doch hat er sich von einer impressionistischen Malauffassung inspirieren lassen.
Der Schwerpunkt seiner Arbeiten bilden jedoch Landschaftsgemälde seiner ostmecklenburgischen Heimat. Als Porträtmaler verdiente er sich in der Nachkriegszeit seinen Lebensunterhalt.
Bild 1: Ölgemälde Hopfensee, Rudolf Allwardt, ca. 1955

 

Narcissus – Magnus

Ölgemälde des Bischofs mit dem Drachen als Attribut
Im Refektorium wird eine Neuerwerbung des Museums vorgestellt: ein großes Tafel-Gemälde vermutlich aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wen das Bild darstellt, ist nicht eindeutig zu bestimmen: den hl. Bischof Narcissus oder den Ortsheiligen Magnus.
Wie sich die Legenden beider Heiligen verschränken, wird in dieser Präsentation geschildert.
Anhand eines vergleichbaren Gemäldes auf einer Kassettendecke in Willisau / Schweiz von 1854, wird nachgewiesen, dass Magnus auch im Bischofsornat dargestellt wurde.

 

Bruno Arnold

01.12.2007 bis 10.02.2008
Bruno Arnold – Fotograf in Füssen 1912-1933
  
Biographisches
Der Fotograf Bruno Arnold wurde 1884 in Leipzig geboren. 1911 legte er in Kempten als Fotograf seine Meisterprüfung ab, siedelte nach Füssen um und eröffnete dort in der Luitpoldstraße 8 ein Atelier. 1912 heiratete er die Tochter des Brauereibesitzers Margareta Deuringer aus Kempten. 1915 wird sein Sohn Hermann geboren, der nach dem Tod des Vaters (1933) das Atelier am gleichen Platz bis 1977 weiterführte.
Neben seinem „Broterwerb“ als lokaler Fotograf, begann Bruno Arnold intensiv seine Allgäuer Heimat zu fotografieren. So entstanden mit hohem künstlerischem Anspruch eine Vielzahl von Aufnahmen, die z. T. nur nach beschwerlichem Aufstieg in die Berge möglich waren. Von besonderem Interesse sind seine Aufnahmen von Füssen und Hohenschwangau.
Ausstellung
Bruno Arnold hinterließ ein umfangreiches Archiv, von dem ein Teil in dieser Ausstellung nun erstmals gezeigt wird. Von einer Auswahl seiner wohl besten Fotos ließ der Fotograf im Lichtdruckverfahren (ein sog. Edeldruckverfahren) das  „Album von Füssen und Hohenschwangau – Nach Photographien von Bruno Arnold“ produzieren.
Zentrum der Ausstellung dürfte ein digitaler Großdruck (ca. 3 x 4 m) sein, der sehr gut das charakteristische „Runzelkorn“ – sonst nur unter der Lupe zu erkennen – des Lichtdruckes auch dem fotografischen Laien zeigt.
Publikation
Das „Album von Füssen und Hohenschwangau – Nach Photographien von Bruno Arnold“ in einer kommentierten und erweiterten Fassung, ist Grundlage der zur Ausstellung herausgegebenen Publikation.
Das Buch erscheint zur Ausstellungseröffnung im Pagma Verlag Nürnberg (www.pagma-verlag.de), Herausgeber ist Hannes Arnold, Künstler und Enkel von Bruno Arnold.

 

Kunstraum Maurer

11.11. – 02.12.2007
Kunstraum Maurer im ehem. Kloster St. Mang, Füssen
Manfred Mayerle, geb. 1949, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München; Meisterschüler, Assistent, Lehrauftrag. Förderpreis der Landeshauptstadt München, Preis der Akademie der Schönen Künste, Preis der Nationen  Villa Grimaldi, zahlreiche Preise und Realisierungen.
Seit den 70er Jahren beschäftigt sich das Atelier Manfred Mayerle mit dem Thema Kunst und Architektur. Ausgangspunkt aller künstlerischen Auseinandersetzung ist das Thema der Zeichnung. Als primäre Äußerung ist sie die Basis für alle weiteren Arbeiten. Für den Zeichner Manfred Mayerle ist das Thema die Linie, für den Maler ist es die Farbe in ihrer Schichtung, ihrer Struktur und in ihrer Oberfläche. In der Arbeit des Ateliers verbindet sich die Beschäftigung mit Linie und Farbe zu Interpretationen von Innen- und Aussenräumen im Hochbau, im Städtebau und in der Landschaft.

 

Gottfried Herrmann

Gottfried Herrmann zum 100. Geburtstag
Vor 100 Jahren, am 23. Juli 1907, wurde Gottfried Andreas Herrmann in Erlangen geboren. Während seines Studiums kam er erstmals mit der Kunst der klassischen Moderne in Berührung, mit Zeichnungen von Paul Klee, Picasso und Kandinsky. So begann Gottfried Herrmann bald danach, die traditionelle Malweise zu hinterfragen und sich mit der Moderne zu beschäftigen.
Am 15. Mai 1934 trat Gottfried Herrmann seinen Schuldienst an der Städtischen Oberrealschule in Füssen an und blieb dort als Kunsterzieher und Gymnasialprofessor bis zum 8. Februar 1971. 1959/1960 bezog die Oberrealschule das um- und ausgebaute alte Knabenschulhaus am Augsburger-Tor-Platz (heute Kaiser-Maximilian-Platz). Die Pausenhalle wurde 1961 von Oberstudienrat Gottfried Herrmann mit einem großen Wandbild  ausgestaltet. An diesem Bild ist Herrmanns Malstil unverwechselbar zu erkennen, nicht jedoch die Thematik, die sich erst in  seiner künstlerisch produktivsten Schaffenszeit, seinem Spätwerk herausbildete. 
Die menschliche Figur bildet in seinem künstlerischen Schaffen das Hauptmotiv. In seinem Spätwerk stellt er den Menschen in die Realität einer Zivilisation, die ihn deformiert.  Er wird als bandagiert, verformt, zerbrochen dargestellt.
Herrmann selbst rechnet sein Werk dem „Kritischen Realismus“ zu.
Die Stadt Füssen zeichnete 1990 Gottfried Andreas Herrmann mit den Kultur- und Kunstpreis aus.
Im Museum der Stadt Füssen werden aus Anlass des 100. Geburtstags des Künstlers ab dem 27. September 2007 in einer Sonderausstellung weitgehend unbekannte Gemälde und Zeichnungen aus Gottfried Herrmanns Nachlass gezeigt.
Am 27. Dezember 2002 ist Gottfried Herrmann 95jährig in Schwangau gestorben.

 

Günther Förg

Günther Förg – Aquarelle
Öffnet einen internen Link in einem neuen FensterDer 1952 in Füssen geborene deutsche Maler, Bildhauer und Fotograf Günther Förg studiert von 1973 bis 1979 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Karl Fred Dahmen. Die erste Einzelausstellung findet 1980 in der Münchner Galerie Rüdiger Schöttle statt. Weitere Ausstellungen folgen: 1984 beteiligt sich Förg u.a. an der Ausstellung „von hier aus“ in Düsseldorf. 1992 sind seine Arbeiten auf der documenta IX zu sehen und 1995 folgt eine Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam. Ein Lehrauftrag bringt den Künstler 1993 ans ZKM nach Karlsruhe, bis er wieder nach München geht, wo er an der Akademie ab 1998 ebenfalls eine Professur innehat. Material- und medienübergreifend verbindet Förg Fotografie, Malerei und Skulptur zu komplexen Installationen. So bringt Förg die Ästhetik von großformatigen Architekturfotografien des Bauhauses oder Ablichtungen menschenleerer, faschistischer Gebäudekomplexe mit Porträtfotos oder gerahmten Spiegeln in Verbindung. In anderen Arrangements lässt Förg Reflexionen über die Kunst zu, indem er monochrome Wandmalereien und Bleibilder spannungsreich miteinander konfrontiert.
Günther Förg stellt zum ersten Mal in seinem Geburtsort Füssen aus. Er zeigt speziell für diese Ausstellung angefertigte Aquarelle der Allgäuer Landschaft.

 

HOHER BESUCH
DIE LECHTALER IN FÜSSEN
25. Mai – 16. Juli 2006
„Malfatti war in seiner Jugend in Tirol einem Verständnis der Bergwelt ausgesetzt, das heroisch und national in der Art der Bergfilme von Luis Trenker oder Leni Riefenstahl gefärbt war. … Mit dem unabhängigen Denken kam jedoch auch die Distanzierung vom alten, ideologisch pervertierten Verständnis der Bergwelt. … Mit kitschiger Bergmalerei wollte in den 1970er Jahren nun wirklich niemand etwas zu tun haben. Man stellte sich aber auch die Frage, ob korrumpierte Motive nur deshalb auf ewig `erledigt´ sein sollten, weil sie von skrupellosen politischen und ökonomischen Spekulanten missbraucht worden sind. So wagte es Malfatti zu Beginn der 1980er Jahre, in Expeditionen am Mieminger Plateau erstes Bildmaterial für zukünftige Überlegungen zu sammeln. Im Berliner Atelier wurde und wird heute noch das gezeichnete und gemalte Rohmaterial aus den Bergen präzisierend und konzentrierend weiterverarbeitet. …
Malfatti beschreibt den Malprozess wie eine abenteuerliche Hochgebirgsklettertour mit ungewissem Ausgang. Alles wird unternommen, um eine direkte Verbindung von den natürlichen Strukturen zu den gemalten herzustellen und so eine Bild-Logik zu produzieren, die jenseits alles `Motivischen´ liegt.“
(aus: Matthias Boeckl, Nino Malfatti: Malen, ein Abenteuer. 2002/03)

 

LandArt

ZU HÄNDEN VON FÜSSEN
Ein LandArt-Projekt der Alanus Hochschule im „Tal der Sinne“ in Bad Faulenbach 2006

Die Naturschönheiten und Stille des Faulenbacher Tales, seine geologischen Gegebenheiten, die Schwefelquellen und das Gipsvorkommen, die historischen Bezüge zur Römerstrasse Via Claudia Augusta und dem uralten Benediktinerkloster St. Mang, wie auch der imposante Lechfall, die Morisse, der Baumgarten und die direkt gegenüber Bad Faulenbach angesiedelte alte Mechanische Seilerwarenfabrik, stellten äußerst attraktive Bedingungen für eine künstlerische Auseinandersetzung dar.
Besonders ideal verknüpfte sich dabei die Kunstform „LandArt“ mit der Idee „Tal der Sinne“, ein Leader-Plus-Projekt in Bad Faulenbach.
Die künstlerischen Interventionen – landschaftsbezogene Skulpturen und Installationen – sollten die Orte selbst thematisieren, sie durch die entstehenden Werke sich selbst aussprechen lassen. Voraussetzung hierfür war die Befragung der Orte und der Menschen, das Erschließen der Topografie, der Flora und der Fauna, der Architektur und der Geschichte.
Der Dialog mit der Landschaft geschah in einem besonderen Spannungsfeld  zwischen Natur, Kultur und Technik. Auch die Lage des Ortes in der Nähe der touristisch bedeutungsvollen Königsschlösser stellten für dieses LandArt-Projekt eine besondere Herausforderung dar.
18 Bildhauerstudentinnen und –studenten der Alanus Hochschule, einer staatlich anerkannten privaten Kunsthochschule in Alfter bei Bonn, arbeiteten  mit ihrem Dozenten Jochen Breme einen Monat lang vor Ort. Der Dialog mit dem Publikum im Verlauf der Werk-Entstehung war ein wesentlicher Aspekt des Projektes.
Dieses Vorhaben wurde von der Europäischen Union (EAGLF) und dem Freistaat Bayern im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ gefördert.

 

Kein Totentanz  (LandArt 2006)

Jochen Breme
Gips
Eine Felsspalte ist mit einer weißen Gipsfläche geschlossen und mit Kinderköpfchen besetzt, die um 180° gedreht sind und nach unten fallen. Dies, wie die bauchige Felswand und die Höhle dahinter, verweisen auf archaische Bilder und Mythen des Geburtvorgangs. Zugleich drückt das Material, der glatte Gips, die Unversehrtheit, die Zartheit, aber auch Verletzlichkeit des Neugeborenen aus. Mit der Thematik der Geburt ist auch der Titel „kein Totentanz“ erklärt, die Gegenpole des Lebens: Geburt und Tod. Die Materialwahl nimmt die bedeutende Wirtschaftsgeschichte der Gipsgewinnung hier im Faulenbacher Tal auf.

Schilfwanderer  (LandArt 2006)

Thieß Krause-Sparmann
Holz
Das Kunstwerk eröffnet einen historischer Erfahrungsraum. Das im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bedeutende Transporthandwerk der Flößerei kann beim „Schilfwanderer“, der auf einem Floß seine vermeintliche Bahn zieht, assoziiert werden. Die Bretter verkörpern den „Wanderer“, den Flößer, der sich mit großen Stangen vom Ufer abstößt und sich so im Gewässer vorwärts bewegt. Zugleich nehmen die geschwungenen Bretter das Wogen des Schilfes im Wind auf.

Skyline  (LandArt 2006)

Philipp Jenckel
Kalkstein, Stahl
Einzelne Gesteinsbrocken, auf Stahlstäben aufgesteckt, bilden die Topografie des Faulenbacher Tals nach. Zugleich nimmt die Form auch das Element der gegenüber liegenden Skisprungschanze auf. Die Steine selbst stammen aus dem Felsen am Lusalten, der durch die Erweiterung des Tunnels bergmännisch geborgen wurden. Die fast gleißend weißen Steine erblicken so das Sonnenlicht.

Scheinreiz  (LandArt 2006)

Verena Maria Look
Holz, Stahl, Schnur
Zwei Torsi sind in die Fischhauswiese auf Fernsicht postiert. Die Torsi sind aus zwei Baumstamm-Abschnitten herausgearbeitet und auf feiner, glatter Oberfläche geschliffen. Sie sind unterschiedlich groß und stehen zueinander wie adelige Mutter und Tochter. Unten sind mit Schnüren durchsichtige Reifenröcke befestigt.

T.A.N.K.  (LandArt 2006)

Jasmin Hurst
Stein
Die Steinplastik „T.A.N.K.“ steht an einem urzeitlichen Naturdenkmal, einer Felswand, die durch die Alpenfaltung glatt abgehobelt wurde. Doch ein typisches Merkmal unserer Zivilisation, ein asphaltierter Parkplatz, stößt hier direkt gegen diese „Harnischwand“. Der T.A.N.K. reagiert auf diese Schnittstelle zwischen Denkmal und Merkmal. Mittels eines Rohrs saugt der Tank die Energie aus dem Fels, ein Symbol der Ausbeutung der Naturvorräte.

o. T.  (LandArt 2006)

Florian Klette
Holz, Nägel
Am Stadel selbst befand sich bereits ein alter Starenkasten. Zu ihm gesellen sich nun  wie Trauben weitere rund 50 Häuschen. Sie ballen sich zusammen, bilden Kolonien, überwuchern die Stadelwand. Der Archetypus „Haus“ – Wand, Boden, Dach – und der Begriff „Besiedelung“ wird in dieser Agglomeration von Vogelhäuschen wiedergegeben. Wie ein Restaurator behandelt der Künstler sein benutztes Abfallholz, achtet auf dessen Oberflächengestalt und Spuren seiner primären Nutzung.

Drumlinge  (LandArt 2006)

Muyan Lindena
Findlinge
Tonnenschwere Findlinge schieben sich durch den Halsgraben im Schlossberg. Sie ahmen die Schubkraft der Gletscher, welche die Topografie der Voralpenlandschaft prägten, nach. Doch der Gletscher verliert seine Schubkraft, schmilzt ab und lässt die Steine zurück. Die meisten Steine streben dem Lechtal zu, doch es gibt auch widerspenstige, die den Weg zurück suchen, sich dem Abschmelzen des Gletschers anschließen.

o. T.  (LandArt 2006)

Andy Sturm
Schwemmholz
Aus dem Unterholz tauchen Pickelhauben, die aus Bündeln Schwemmholz zusammengesetzt sind, auf. Die Helme korrespondieren mit der darüber stehenden Felswand, die als uneinnehmbare Festung gesehen werden kann. In der Form der geballten Kraft und der Spitze lässt sich vielleicht auch ein männliches Prinzip erkennen. Die Pickelhauben können als Ausdruck eines Geschichtsbewusstseins interpretiert werden, ohne ein Denkmal setzen zu wollen.

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