Mit Greifzange und High-Tech

Umwelt 20 Personen sammeln in Füssen Müll. Zum Einsatz kommt auch ein neuartiges Gerät.

Beteiligten sich an der Müllsammelaktion in der Innenstadt: hintere Reihe von links: Stadtrat Thomas Meiler, Tim Kallenbach und Bürgermeister Maximilian Eichstetter; vordere Reihe von links: Anne-Kathrin Rothe (BVTE), Mathias Köpf (Stadt Füssen), Jutta Ehlermann, Dr. Anja Thielen (BVTE), Ruth Wechner (FTM), Niklas und Beatrice Hanauer, Walter Nestmeier, Martin Hanauer mit seiner Frau Beatriz Peneda, Stadträtin Babsi Henle, Nicolas Arbeiter und Victor Fischer (beide von Sauber.io).

Füssen Rund 20 Personen haben am Samstag (28. August) in der Füssener Innenstadt und in Hopfen am See bei meist starkem Regen Müll gesammelt. Organisiert hat die Aktion die Stadt Füssen gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern, dem Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) sowie der Firma Sauber.io. Bei der Aktion testete die Firma Sauber.io ihren neuesten Müllsauger Citybee, den die Stadt Füssen anschaffen wird.

Ziel der Aktion war es, in Füssen vor allem Zigarettenstummel aufzulesen. Die Biologin und beim BVTE als wissenschaftliche Referentin tätige Dr. Anja Thielen erklärte, dass Zigarettenstummel schädliche Substanzen enthielten, die sich im Laufe der Zeit zwar abbauen, besser aber erst gar nicht in die Umwelt und damit ins Grundwasser gelangten. „Die Filter zersetzen sich zwar schneller als bspw. eine PET-Flasche, bleiben aber dennoch für mehrere Jahre erhalten.“

Maßgeblich beteiligt am Projekt, Füssen von Zigarettenstummeln zu befreien, war Jutta Ehlermann als ehrenamtliche Helferin. Sie bestückte etwa verschiedene Verteilstationen (s. Infokasten) mit den vom BVTE bereitgestellten Taschenaschenbechern. Zu Beginn der Müllsammelaktion berichtete sie, dass die Resonanz auf die Taschenaschenbecher durchweg positiv gewesen sei.

„Wenn man in so einer schönen Stadt wie Füssen lebt, beteiligt man sich gerne an solch einer Aktion“, sagte Martin Hanauer, der samt seiner Frau Beatriz Peneda und seinen Kindern Niklas (5 Jahre) und Beatrice (7) mithalf, Müll zu sammeln. Die Familie entschied sich, bei der Müllsammelaktion mitzumachen, nachdem sie davon in der Zeitung gelesen hatte. Hanauer sagte: „Wenn jeder Bürger sich ab und zu mal bücken würde, um eine Plastiktüte aufzuheben, wäre die Stadt um 50 Prozent sauberer.“ Weil das Wetter so schlecht war, lud Hanauer alle an der Aktion Beteiligten dazu ein, die Brotzeit, die eigentlich im Freien geplant war, in seinem Hotel „Sonne“ einzunehmen und spendierte zudem Getränke.

Auch Walter Nestmeier machte aus Überzeugung mit. „Ich bin sehr umweltbewusst und beteilige mich deshalb gerne an solchen Aktionen.“ Ins selbe Horn stieß Ruth Wechner von Füssen Tourismus und Marketing (FTM): „Wir haben die Corona-Zeit genutzt und ein Nachhaltigkeitsteam gebildet.“ Die Stadt von Zigarettenstummeln zu befreien war ohnehin auf der Liste.“ Deshalb freue es FTM, dass die Stadt das Thema so aktiv angeht.

Der technikbegeisterte Bürgermeister Maximilian Eichstetter testete den Müllsauger Citybee persönlich. Geschäftsführer von Sauber.io Victor Fischer trägt den Akku des Geräts auf dem Rücken.

High-Tech im Einsatz

Die Firma Sauber.io testete bei der Müllsammelaktion ihr neuestes Modell ihres Müllsaugers Citybee. Mit Hilfe des Citybees können Zigarettenstummel, Glasscherben und Kleinmüll aufgesaugt werden – auch im Kies.  Der Akku halte vier bis sechs Stunden – also einen ganzen Tag im Realbetrieb -, erklärte Mitgründer der Firma Nicolas Arbeiter. Das Gerät hat eine Maximalleistung von 500 Watt. Der Geschäftsführer von Sauber.io, Victor Fischer, sagte: Wir haben den Citybee in Füssen gerne getestet, da wir von Anfang an gemerkt haben, dass Füssen das Thema Müllbeseitigung aktiv anpackt.“ Nachdem der Citybee selbst bei feuchten Bedingungen bestens funktionierte, entschied Bürgermeister Maximilian Eichstetter, zwei Geräte für die Stadt anzuschaffen.

Der Rathauschef bedankte sich bei allen, die sich an der Müllsammelaktion beteiligt haben. „Toll zu sehen, was der Einsatz von Ihnen allen und dem Citybee bewirkt hat!“

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