Julius Berger & Pierre-Laurent Aimard

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Samstag, 26. Juni 2021

Julius Berger, Foto: Sandra Behrbohm
Julius Berger, Foto: Sandra Behrbohm

Julius Berger  Violoncello

Seit mehr als 40 Jahren ist der in Augsburg geborene Cellist aus dem Musikleben nicht mehr wegzudenken. Und das nicht nur weil er ein wunderbarer Interpret ist, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach seiner zweiten Aufnahme der Cello-Suiten von Bach einen „Propheten des Cellos“ (W.-E.v.Lewinsky) nannte. Julius Berger bereichert die Musikwelt in vielfältiger Weise, als Interpret, Pädagoge, Entdecker, Denker, der „ausgetretene Pfade“ nicht liebt.
Prägende Lehrer Bergers waren in München Fritz Kiskalt, in Salzburg Antonio Janigro, dessen Assistent er mehrere Jahre lang war und in Cincinnati (USA) Zara Nelsova. Engen Kontakt hatte er mit Mstislav Rostropovich, bei dem er zunächst studierte und mit dem er später zahlreiche Konzerte gab.
Wichtige Impulse für sein künstlerisches Leben verdankt Julius Berger der Zusammenarbeit mit Leonard Bernstein, Olivier Messiaen, Sofia Gubaidulina und Gidon Kremer, der ihn zahlreiche male zu seinem Kammermusikfestival nach Lockenhaus (Österreich) einlud.
Julius Berger ist als Solist und Kammermusiker weltweit gefragt, hat unzählige Aufnahmen für Rundfunk, Fernsehen und CD eingespielt und bildet Spitzennachwuchs aus. Viele seiner ehemaligen Studierenden sind heute schon als Professoren oder Solocellisten in renommierten Orchestern wie dem Leipziger Gewandhausorchester tätig.
Dass Julius Berger keinen Unterschied zwischen Historischem und Zeitgenössischem macht, sondern ganz im Sinne seines Lehrers und Freundes Mstislav Rostropovich den Kontakt zu lebenden Komponisten sucht und das Entstehen neuer Werke gezielt durch Aufträge, Ur- und Erstaufführungen fördert, gehört sicherlich zu seinen großen Verdiensten. Beispiele der jüngsten Zeit sind Werke von Sofia Gubaidulina, Franghiz Ali-Zhadeh, Adriana Hölszky, Manuela Kerer, Krzysztof Meyer, Wilhelm Killmayer, Johannes X. Schachtner, Markus Schmitt, Giovanni Bonato, Hong Jun Seo u.v.a. Im Jahr 2014 hat Julius Berger zusammen mit seiner Ehefrau Hyun-Jung mit großem Erfolg das Werk „Zwei Wege“ von Sofia Gubaidulina für zwei Violoncelli und Orchester beim „Seoul International Festival“ uraufgeführt. Das Werk erklang in gleicher Besetzung als europäische Erstaufführung beim Beethovenfest Bonn 2015.
Einen gewichtigen Beitrag für die Literatur seines Instruments leistete Julius Berger aber auch durch die Wiederentdeckung und Weltersteinspielung der Konzerte und Sonaten von Luigi Boccherini und Leonardo Leo sowie der ältesten Literatur für Violoncello solo von Domenico Gabrielli und Giovanni Battista degli Antonii. Er ist gleichzeitig Herausgeber der meisten Werke in vorbildlichen Urtext-Editionen.
In jüngster Zeit widmet sich Julius Berger vor allem der Erforschung des geistigen Hintergrundes großer Standardwerke von Bach, Beethoven, Brahms und anderen. In der von ihm initiierten Reihe „Von der Idee zum Werk“ an der Universität Augsburg erschließt er in Wort und Klang Sprache, Eigenheiten und historische Bezüge.
Seit vielen Jahren ist Julius Berger künstlerischer Leiter der Festivals in Eckelshausen (Deutschland) und Asiago (Italien) sowie Präsident des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen (Deutschland).
Im Jahr 2009 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz berufen.
Erholung sucht Julius Berger in der Bergwelt seiner Allgäuer Heimat. Er ist passionierter Fotograf und Verfasser von Gedichten.

Julius Berger ist Kultur- und Kunstpreisträger der Stadt Füssen und jedes Jahr im Kaisersaal Füssen mit einem besonderen Konzert zu hören, zu dem er renommierte Musiker einlädt:

Pierre-Laurent Aimard © P.-L. Aimard
Pierre-Laurent Aimard © P.-L. Aimard

Pierre-Laurent Aimard  Klavier

Der Pianist Pierre-Laurent Aimard zählt zu den größten Musikern unserer Zeit und wird in der ganzen Welt für seine ausgezeichnete Interpretation des Pianorepertoires aller Epochen gefeiert. 2017 wurde sein herausragendes Lebenswerk mit dem angesehenen Ernst von Siemens Musikpreis gewürdigt. Pierre-Laurent Aimard wurde 1957 in Lyon geboren. Er studierte zunächst am Pariser Conservatoire bei Yvonne Loriod und anschließend in London bei Maria Curcio. 1973 gewann er den ersten Preis beim Olivier-Messiaen-Wettbewerb. Drei Jahre später wurde er von Pierre Boulez zum Solisten des „Ensemble Intercontemporain“ ernannt.
Pierre-Laurent Aimard konzertierte weltweit unter der Leitung von großen Dirigenten wie Esa-Pekka Salonen, Peter Eötvös, Sir Simon Rattle und Vladimir Jurowski. Darüber hinaus hat er als Kurator, Solist und Dirigent bei zahlreichen Projekten mitgewirkt, die in renommierten Konzertsälen wie der Carnegie Hall und dem Lincoln Center in New York, dem Wiener Konzerthaus, der Alten Oper in Frankfurt, der Berliner Philharmonie, dem Mozarteum in Salzburg, der Pariser Cité de la Musique und dem Southbank Centre in London stattfanden. Er wurde zum Festival de Lucerne und zum Tanglewood Festival eingeladen und fungierte zwischen 2009 und 2016 als künstlerischer Leiter des Aldeburgh Festivals. Während seiner letzten Teilname an jener Veranstaltung spielte er achtzehn Stunden lang den gesamten Catalogue d’oiseaux von Messiaen. 2017, schließlich, wurde er für drei Jahre zum „Artist in Residence“ am Southbank Centre ernannt.
Unter den führenden Komponisten, mit denen Pierre-Laurent Aimard eng gearbeitet hat, seien nur György Kurtág, Karlheinz Stockhausen, Elliott Carter, Pierre Boulez und George Benjamin genannt. Darüber hinaus hat der französische Pianist zwei zeitgenössische Werke uraufgeführt: Responses: Sweet Disorder and the Carefully Careless (ein Klavierkonzert von Sir Harrison Birtwistle) und Épigrammes pour piano, violon et violoncelle (das letzte Werk von Carter, das speziell für Aimard komponiert wurde).
Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Universität Köln und seiner zahlreichen Workshops und Seminare wirft Pierre-Laurent Aimard ein inspirierendes, sehr persönliches Licht auf die Musik aller Stilepochen. Im Übrigen ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und unterrichtete im Jahre 2008/2009 am Pariser Collège de France. 2005 wurde ihm von der Royal Philharmonic Society der Instrumentalist Award verliehen. 2007 erkor ihn die Zeitschrift Musical America 2007 zum „Instrumentalist of the Year“.
Unter den Auszeichnungen, die Pierre-Laurent Aimard verliehen wurden, seien nur folgende erwähnt: Grammy Award für eine CD mit Werken von Charles Ives (Concord Sonata – Songs, 2005), Echo Klassik für die CD Hommage à Messiaen (2009) und Preis der deutschen Schallplattenkritik (ebenfalls 2009).

Weitere Infos:
https://pierrelaurentaimard.com/about/

Eintritt  30,00 EUR  •  ermäßigt 27,00 EUR  •  Schüler/Studenten 16,00 EUR

Veranstalter

Stadt Füssen, Abteilung Kultur
Lechhalde 3, 87629 Füssen
Tel. + 49 (0) 8362 903146
kultur@fuessen.de
www.festival-vielsaitig.fuessen.de
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